Ein Leben zwischen Bank, Sprachen und Kontinenten
Herr Hägi, Jahrgang 1935, gebürtig aus Zürich, hat in seinem ganzen Berufsleben nur einen einzigen Arbeitgeber gehabt – den Schweizerischen Bankverein, der später in der UBS aufging. Dabei hätte sein Weg auch ganz anders verlaufen können: Er ist studierter Jurist. Doch statt in die juristische Praxis zu gehen, wollte er von Anfang an ins Bankgeschäft. „Jedes Bankgeschäft ist im Prinzip ein Vertrag“, wie er es selbst auf den Punkt bringt.
In der Kommerzabteilung Ausland war er für Europa, Afrika und den Nahen Osten zuständig und das hiess: viel Welt sehen. Rund drei Jahre verbrachte er in Teheran, fast vier weitere in Luxemburg, dazwischen Stationen in Zürich und in Basel. Frau und Tochter immer mit dabei.
Herr Hägi ist ein echter Sprachenmensch. Neben Deutsch und Französisch belegte er als Freifach Italienisch, beherrschte zudem Alt- und ein wenig Neugriechisch sowie Latein – und bemühte sich in Teheran sogar, Neupersisch zu sprechen. Bis heute ist er sehr belesen und interessiert sich brennend für Geisteswissenschaften und Sprachen. Rund 1000 Bücher hatte er einst gesammelt; in die Oase konnte er nur ein Drittel davon mitnehmen, der Rest wanderte ins Brocki oder wurde verschenkt.
Seit August 2023 lebt er mit seiner Frau in der Oase Churwalden – nicht zufällig: Die Tochter wohnt in der Nähe, und das Paar hatte über Jahre eine Ferienwohnung in der Lenzerheide.